Außer Spesen nix gewesen
Außer Spesen nix gewesen -
Im Rahmen der Landesmeisterschaften Straße wurde in Laage auch ein Hobbyrennen ausgetragen. Die etwas über dreizehn Kilometer lange Runde durch die Innenstadt und nähere Umgebung verlief auf leicht welligem Terrain. In Laage selbst gab es ein ordentliches und vor allem in einigen Bereichen sehr grobes Kopfsteinpflaster. Hatte der Wetterbericht am Vortag noch Regen angesagt, so wurden wir in Laage angekommen mit Sonnenschein verwöhnt. Auch wenn immer mal wieder eine Regenwolke vorbei zog, blieben wir zumindest von oben trocken. Zum Rennen gibt es eigentlich nicht sehr viel zu sagen. Im Nachhinein betrachtet, war scheiterte es eher an der Vorbereitung. An Motivation mangelte es auf jeden Fall nicht. Wir starteten in der Hobbyklasse um 11:40 Uhr in einem recht übersichtlichen Starterfeld. Wie schon bei den vergangenen Rennen – Marlow und Güstrow – organisierte Matthias wieder einen Prämiensprint. Jeder der mitmachen will, tut einen Euro in die Kasse. Wir hatten drei Euro, um die gesprintet werden sollte. Nach dem Start war erstmal eine ruhige Runde – Streckenbesichtigung – angesagt. Der Plan bei der ersten Zieldurchfahrt zu sprinten, wurde aufgegeben. Es gab unterwegs eine digitale Geschwindigkeitsanzeige am Straßenrand, die auch Radfahrer registrierte. Also das Ganze auf Runde zwei verschoben. In Laage selbst ging es dann das erste Mal über das Kopfsteinplaster. Beim Warmfahren kam einem das gar nicht so schlimm vor. Jetzt war es ziemlich schwierig – zumal das gröbste Pflaster direkt vor einer 90%-Kurve lag. Das Pflaster in der Kurve bestand aus relativ glatten Steinen, so das man vorher etwas Tempo herausnehmen musste. Das schwierigste folgte dann, ein “Berg” bis zum Ziel. Natürlich noch immer Kopfsteinpflaster. Der Kurs hatte also auf 13,3km bestimmt einen Kilometer Pflaster – gefühlt waren es mindestens fünf. Es war so grob, das man vor der Kurve und dem Hügel im Unterlenker Probleme hatte, kontrolliert herunterzuschalten. Diesen Berg ging es noch zusammen hoch. Anschließend ging es sofort zur Sache. Es gab einen Ausreißversuch. Ein zweiter Fahrer setzte nach. Zu zweit fuhren wir hinterher. Vorne angekommen waren wir plötzlich zu siebt. Mit einem Drittel des Feldes ging es mit Druck die nächste halbe Runde weiter. Irgendwie fühlte sich das für mich nicht gut an. In den Pausen von der Führungsarbeit – immerhin waren wir sieben Fahrer – erholte ich mich nicht so, wie es hätte sein müssen. Irgendwann meldete sich der Kreislauf und ich musste abreißen lassen. Eine dreier Verfolgergruppe holte mich ein. Eine kurze Analyse der Situation – vorne sechs, hier noch drei Fahrer – noch weiter hinten kommt nicht mehr viel. Also habe ich mich mit in die Gruppe gehängt und wir fuhren wieder vorne ran. Die kurze Pause beim Zurückfallen lassen hatte mir ganz gut getan. So waren wir auch pünktlich zur Geschwindigkeitsanzeige wieder zusammen – sogar noch eine kurze Verschnaufpause war drin, da die Spitzengruppe “gestellt” war und es keine koordinierte Führungsarbeit mehr gab. Der dritte im Bunde zeigte schon vorher an, das er seinen Euro kampflos aufgeben wollte. Ich hatte das nicht vor. Also wurde gesprintet. 53km/h zeigte die Anzeige – nur leider nicht für mich. Naja, nach dem gewonnenen “Sprint” in Güstrow beim MTB-Rennen, waren wir damit also quitt. Auf dem Kopfsteinpflaster danach meldete sich mein Kreislauf dann wieder. Dieses Mal aber nicht alleine sondern mit einem kräftigen Ziehen unter dem untersten Rippenbogen. Berg hoch hieß es aber erstmal dran bleiben, auch wenn sich vor mir ein Abstand von vielleicht zehn Metern zu der übrigen Gruppe bildete – Tendenz größer werdend – genauso wie aus dem Ziehen ein stechender Schmerz wurde. So ließ ich die Gruppe ziehen und nahm nochmal die Beine hoch. Der Vorsatz: wenigstens noch halbwegs schnell zu Ende fahren. Zwischenzeitlich kontrollierte ich, ob das Lösen des Pulsgurtes etwas Besserung verschaffte. Es tat sich aber nichts – auch Aufrichten half nichts. Dann kam von hinten ein Fahrer vorbei, ich hängte mich wieder rein – nachdem ich schon eine Weile mit vielleicht 20-25km/h – also eigentlich schönstes Grundlagen-Trödel-Tempo – mit sehr hohem Puls herumgerollt bin. Die Schmerzen wollten nicht verschwinden – und verstärkten sich noch weiter, wenn ich mal ordentlich durchatmen wollte. So entschied ich mich dann doch aufzuhören und stieg nach Runde drei von fünf aus. Bei der Analyse im Nachhinein konnte ich erstmal nur zu wenig und auch unregelmäßigen Schlaf und im Verhältnis dazu zu hartes Training als Ursache benennen. Das Stechen ist heute wieder halbwegs verschwunden. Mal schauen, wie es morgen aussieht.
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