11. Harzer Mountainbike Event in Altenau

in
Ort: 
Altenau
Veranstaltungsdatum: 
31.05.2010

Vor zwei Wochen hatte mich Kai gefragt, ob ich mit in den Harz kommen würde um mal in Altenau einen MTB-Marathon zu fahren – Dirk wäre auch dabei. Nach kurzer Überlegung und vor allem nach Klärung der Radfrage – ich besitze nämlich kein MTB und bin bisher auch erst einmal auf einem MTB gefahren – entschied ich mich dazu mitzukommen. Ich hatte mich für die “Mädchenstrecke” über 77,8km angemeldet während Kai und Dirk die Langdistanz über 114km in Angriff nehmen wollten.

Dirk nach dem MTB-Marathon in AltenauAm Samstag früh holte Kai mich in Rostock ab und wir holten mein Leihrad bei der Radstation in Rostock ab. Nach einer kurzen Proberunde und dem Montieren meines Sattels ging es dann in Richtung Harz. Wir wollten uns am Vortag noch die Strecke anschauen und eine Runde – 38,9km mit 750hm – fahren.

Geplant war die Abfahrt um 16:00 – Dirk steckte aber im Stau und so ging es erst gegen 17:15 auf die Runde. Dirk und Kai fühlten sich den Tag schon so gut, das sie einige Abschnitte schon im Renntempo unter die Räder nehmen mussten, während ich an der einen oder anderen Stelle noch mit mir und dem MTB zu tun hatte. Aber wir gewöhnten uns schnell aneinander. Die Strecke bot ausreichend Drückerpassagen, wo man schnell fahren konnte. Aber auch eine steile Abfahrt, die es in sich hatte – zumindest für mich. Solche Abfahrten haben wir hier in McPom recht wenig bis gar nicht. Also hatte ich so meine Mühe da herunter zu kommen. Dirk und Kai warteten schon unten auf mich. In der zweiten Hälfte der Runde kamen dann auch noch die eine oder andere – und vor allem längere – Wurzelpassage dazu. Drüber drücken ging hier auch ganz gut – nur rollte es schlecht.

Nach der Besichtigung der Runde und einem Blick auf die Pulsuhr kam dann die Ernüchterung – die “lockere” Runde war eine ordentliche zwei-Stunden GA2-Tour. Etwas Beruhigung verschaffte mir nur, das es bei Kai zwar pulsmäßig etwas besser aussah, aber er auch eine leichte Vorbelastung spürte.

Am heutigen Renntag kamen wir von unserer Übernachtung um 9:30 in Altenau an – 10:00 war start – ein Glück wir hatten die Startnummern schon am Vortag abgeholt – so war es nicht ganz so stressig. Nach dem Auspacken, Räder zusammenbauen ging es dann auch fast direkt an den Start. Dirk hatte Jana mitgebracht und so konnten wir unsere Reservetrinkflaschen bei ihr deponieren und sie wartete auf uns am Start/Ziel damit wir die leere Flasche gegen eine volle tauschen konnten.

Am Start herrschte schon ordentlich Andrang – ich stellte mich irgendwo weiter hinten in die Reihen. Ich wollte mit meiner hervorragenden Fahrtechnik auf dem MTB niemandem im Weg sein. Es hatte die Nacht und bis kurz vor den Rennstart geregnet. Der Rasen im Startbereich war ordentlich nass und einige Fahrer, die sich im Vorfeld warm gefahren hatte, hatten auch schon entsprechend dreckige Räder und Klamotten und es versprach ein tolles und vor allem schlammiges Rennen zu werden – genau wie ich es mag – zumindest auf dem Crosser. Der Start ging relativ locker von statten und an der ersten Engstelle – 50m hinter dem Start gab es auch gleich den ersten Stau. Auf der dann folgenden recht langen leicht ansteigenden Strecke sortierte sich dann das Feld etwas und ich fuhr immer weiter nach vorne. Die Abfahrt, vor der ich so Respekt hatte, meisterte ich auch ganz passabel – es überholte mich auf dem steilen Stück zumindest niemand. Auf der dann folgenden langen Schußfahrt pfiff allerdings jemand mit deutlich höherem Tempo an mir vorbei – aber nur einer – also hatte ich hier auch nicht so viel falsch gemacht. Auf dem nun folgenden langen Anstieg zerriss das Feld vollends und die ersten Grüppchen bildeten sich. Ich hatte mir ein Tandem ausgesucht an dessen Hinterrad ich mich für den Rest dieser Runde verbiss. Auf den Geraden hatte ich gut zu tun, dran zu bleiben – in den fahrtechnisch schwierigen Stellen waren sie nicht wirklich langsamer als ich. Außerdem profitierte ich von der guten Kommunikation der beiden. Da der Lenker seinen Sozius über jedes Loch oder jeden Stumpf informierte, bevor es drüber ging, hatte ich dahinter auch die Chance halbwegs vernünftig zu fahren.

Nachdem ich die erste Runde also recht verhalten hinter dem Tandem gefahren bin und ich das Gefühl hatte, es geht noch was, bin ich in Runde zwei dann zum Angriff übergegangen und habe das Tempo in den Anstieg hinter dem Start-Ziel hinein verschärft. Jana hatte mich am Start/Ziel mit frischen Wasser versorgt, so konnte ich also wieder fahren und den Riegel, den ich noch vor hatte zu essen, ordentlich schwimmen zu lassen.

Bei der Tempoverschärfung war mir noch nicht ganz sicher, ob das so eine gute Idee ist – aber irgendwie komme ich schon ins Ziel. Bedenken hatte ich deswegen, weil meine längste Renneinheit dieses Jahr knapp unter zwei Stunden war.

Eine kleine Überraschung bescherte mir Kai, der mir plötzlich in dem Anstieg entgegen kam – “Ich bin auch raus”. Mehr hatte ich nicht gehört – “Auch?” für mehr Gedanken reichte der Sauerstoff im Hirn gerade nicht.

Die Tempoverschärfung führte dazu, das wir am Ende des Anstiegs zu dritt in die steile Abfahrt gingen, die sich dieses Mal noch besser fahren ließ. Den nun folgenden langen Anstieg nahm ich nochmal als Herausforderung und war auf einmal allein unterwegs. Bald tauchten allerdings ein paar Fahrer vor mir auf. So war auch für weitere Motivation gesorgt und ich überholte noch ein paar Fahrer, die allein unterwegs waren. Die kleinste Ritzel, das man für die schnellen Passagen brauchte, war schon am Ende von Runde eins nicht mehr einsatzfähig. Sein Nachbar gesellte sich dann nach ungefähr der Hälfte von Runde zwei dazu. Auch die tiefe Pfütze nach der Hälfte der Runde sorgte hier für keine Besserung. Das Rad verschwand zwar bis zur Nabe darin, aber sauber wurden irgendwie nur die Schuhe – zumindest wurde der Dreck da heruntergewaschen. Die Schaltung wollte trotzdem nicht besser.

Irgendwann tauchte vor mir Christian auf – ich hatte absolut nicht damit gerechnet ihn nach dem Start nochmal zu Gesicht zu bekommen und plötzlich war er da. Also nochmal etwas nachgelegt bis ich auf einem leicht abfallenden Waldweg hinter ihm war. Eigentlich die ideale Gelegenheit nochmal was zu essen – nicht das ich am Ende mit leeren Akkus dastehe. Nach einem kurzen Willkommensgruß versuchte ich, ob ich Christian los werden konnte – naja, es gab immer mal eine kleine Lücke, der Preis dafür war aber sehr hoch und in der Wurzelpassage zeigte er mir dann, wo meine Grenzen liegen und fuhr mir davon. Er holte auf dem Stück soviel heraus, das ich keine Chance hatte, ihn mehr auf dem übrigen Stück einzuholen. Außerdem bezahlte ich die vorherigen Versuche ihn abzuschütteln mit einer hohen Krampfneigung im Oberschenkel, die sich bei jeder größeren Wurzel bemerkbar machte. Auch machte mir die plötzlich aufkommende Sonne zu schaffen. Meine Brille war ordentlich mit Schlamm bedeckt – ich hatte sie zwar immer wieder frei gewischt – aber es gab ja überall ausreichend Nachschub. So hatte ich durch den Dreck auf der Brille und die ständig wechselnden Lichtverhältnisse durch die Bäume Schwierigkeiten Wurzeln und Steine rechtzeitig zu sehen. Außerdem beschlug die Brille immer in den langsamen und technischen Stücken, was auch nicht gerade zur Verbesserung der Fahrtechnik beitrug.

Ok, jetzt irgendwie ankommen, weit ist es nicht mehr. Ich bekam Christian auf einer Geraden auch noch einmal kurz zu sehen. Konnte aber nicht mehr aufschließen – es ging einfach nichts mehr. Die letzten Kilometer rettete ich mich also ins Ziel – überholte noch zwei Fahrer – und war froh, das ich nicht doch die 114km gewählt hatte. Auf der Strecke wäre ich wohl nicht ins Ziel gekommen. Am Start/Ziel begrüßten mich Dirk, Kai und Jana – jetzt wusste ich auch was Kai mit “auch” gemeint hatte. Dirk hatte am Ende der ersten Runde einen Sturz in einer kleinen Abfahrt gehabt. Er ist auf einem Stein weggerutscht und eine kurze Böschung herunter gefallen. Er ist dabei mit dem Knie aufgekommen, was sich wohl spätestens morgen mit einem schönen blauen Fleck an einer Stelle, wo man ihn als Radfahrer nicht gebrauchen kann, melden wird. Bei seinem Rad hat er dabei den Lockout-Hebel abgebrochen. Er hat also nach der ersten Runde das Rennen beendet. Kai hatte das Rennen beendet, weil er nicht in die Gänge kam – wie sich auf der Rückfahrt dann deutlicher ankündigte, war es eine Erkältung, die gerade dabei war über ihn herzufallen. Darum hatte er nach etwas mehr als einer Runde das Rennen beendet.

Ich konnte vor Dreck kaum durch meine Brille gucken. Auch die Werbeträger auf dem Trikot waren unter einer dicken Schlammpackung verschwunden. Mit 3h32 hatte ich die 77,8km gemeistert und wurde dreizehnter in meiner Altersklasse.

Das war also mein erster MTB-Marathon. So als Ausgleich im Sommer für die fehlenden Crossrennen durchaus eine Wettkampfvariante, für die ich mich begeistern könnte.

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Beigetreten: 26 Sep 2009
...um das mal klarzustellen

...um das mal klarzustellen laufe auf dem Foto nur weil die Kette vorher abgesprungen war;)

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Beigetreten: 14 Feb 2009
Die sind mit nem Tandem ein

Die sind mit nem Tandem ein Mtb-Rennen gefahren?!?!?!?! Wahnsinn!!!!

Bild von aegluke
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Beigetreten: 2 Feb 2009
Hier sind die

Hier sind die zwei: http://picasaweb.google.com/TeamHarzblut/30052010MTBAltenau11670km2310hm#5477714252745110578

 

und beim Vor- und Zurückscrollen sieht man auch, das die ordentlich Druck hatten. VIele mussten da laufen - mich eingeschlossen. Man sieht mich da unten als kleinen blauen Fleck im Hintergrund - hab die Kurve nicht gekriegt und bin da geradeaus und bin dadurch zum Stehen gekommen.

 

Und hier auch noch ein Foto in blau:

http://picasaweb.google.com/TeamHarzblut/30052010MTBAltenau11670km2310hm#5477713495890572194